Das Stück

Je 30 engagierte Spielerinnen und Spieler zwischen 8 und 80 Jahren, die abwechselnd auftreten und viele Menschen hinter den Kulissen wirken bei diesem in seiner Art einzigartigen Spektakel mit.

Treffpunkt ist die Marienkapelle am Ortsrand von Kirrweiler.  Von dort folgen die 50 Besucher den Spuren der Händler, die ihre Waren zum überzeitlichen Markt in der Ortsmitte tragen. Auf ihrer Zeitreise durch Weinberge, Pfade und Gassen um und in Kirrweiler, tauchen die Zuschauer direkt in historische Ereignisse ein. Es gibt keine Bühnen, keine Beleuchtung und keine Sitzplätze. An natürlichen Schauplätzen erleben die Zuschauer viele kleine Ereignisse und Szenen.

In einer Rebzeile brüstet sich der Erzbischof mit der großzügigen Verleihung der Marktrechte, während die Frondienst leistenden Bauern eine ganz andere Version der Geschichte zum Besten geben. Jüdische Händler nehmen die Zuschauer weiter mit auf ihrem Weg.

An der Stadtmauer hockt eine fette Gestalt, die Berge von Essen in sich hineinschaufelt, es ist die „Völlerei“, eine der sieben Todsünden. Bevor es in den Ort hineingeht erhalten die Besucher (Spiel)Geld, denn ab jetzt muss man für alles, was man sehen will, bezahlen.

Vorbei geht es an Geschichtenerzählerinnen und hier ist es wie im wahren Leben: Nicht jeder kann alles sehen. Bald geht es weiter zu den Bauern, die sich 1525 im Bauernkrieg weigern ihren Zehnt abzugeben. Doch ihr Protest ist vergeblich.

 Erst mit der französischen Revolution brechen über 250 Jahre später in Kirrweiler andere Zeiten an. Das Schloss des Fürstbischofs wird abgerissen und mit den Steinen wird – natürlich illegal - gehandelt. Da müssen die Zuschauer aufpassen nicht selbst verdächtigt zu werden. Endlich werden die Besucher Teil eines bunten Markttreibens. Die Händler erzählen Geschichten aus allen Zeiten, buhlen um die Aufmerksamkeit der Marktbesucher, die frei entscheiden, wem sie ihre Gunst schenken.

Nach etwa 1 ¾ Stunden endet der Theaterspaziergang an der Kirche in Kirrweiler. Danach besteht im Weingut Minges die Möglichkeit zu einem kleinen Imbiss.